Das Auto ist eine deutsche Erfolgsgeschichte

Wer hätte das gedacht, als Carl Benz 1886 erstmals mit seinem Dreirad von Mannheim aus einen Ausflug machte: Er war nicht mit einem Dreirad unterwegs, bei dem in die Pedale getreten werden musste, um voranzukommen. Nein, der Erfinder, damals gerade Anfang 30, hatte für sein Gefährt den ersten Verbrennungsmotor der Welt erfunden. Damit legte er den Grundstein für die Entwicklung des Automobils, wie wir es heute kennen. Der Siegeszug dieser deutschen Erfindung sollte bald die ganze Welt erfassen – und sie schließlich sogar vor ein paar gewichtige Probleme stellen.

Doch vor den Problemen stand der Spaß, stand Abenteuergeist und Erfindungsreichtum. Zu Carl Benz gesellten sich bald andere kluge und innovative Köpfe, allen voran Gottlieb Däumler, der sich später in Gottlieb Daimler umbenannte. Er hatte in Stuttgart unabhängig von Benz ebenfalls ein motorgetriebenes Fahrzeug entwickelt. Bald ging das Auto in Serienfertigung, zunächst in kleinen Stückzahlen. Der Herstellungspreis war sehr hoch und so blieb das Auto lange einer reichen Oberschicht vorbehalten, die den Nachfolger der Kutschen und Droschken mit Begeisterung aufnahm. Mit wachsender Verbreitung und steigenden Ansprüchen an die Leistungsfähigkeit musste auch zunächst ein Tankstellennetz aufgebaut werden, das den Durst der Fahrzeuge stillen konnte.

All diese Probleme wurden als Herausforderung begriffen und sie wurden gelöst. Das Auto begann einen unaufhaltsamen Siegeszug, der die ganze Welt erfassen sollte. Europa, Amerika, Australien, Asien, Afrika – auf manchen Kontinenten kam das Auto früher, auf anderen später an. Als eine der letzten Bastionen, die es zu erobern galt, hatte China sich lange dagegen gesperrt. Doch auch dort gibt es seit rund zwei Jahrzehnten nun kein Halten mehr. Die Freude an der mühelosen und schnellen Fortbewegung, das neue Gefühl für Entfernungen und Zeit, das mit dem Auto verbunden ist, hat auch dort tiefe gesellschaftliche Veränderungen herbeigeführt. Verknüpft sind gerade die asiatischen Autos mit einer ausgeprägten Sicherheitsausstattung und bezüglich der Qualität stehen sie auf den Weltranglisten meist auf den vorderen Plätzen.

Auto fahren macht nicht nur großen Spaß – wenn die Straßen einigermaßen leer sind: Für viele ist es heute eine Notwendigkeit, ohne die der Alltag gar nicht mehr zu bewältigen wäre, denn auch eine Anbindung an den Beruf setzt Mobilität voraus, die nur durch ein Auto erreicht werden kann. Das Auto hat dafür gesorgt, dass man aufs Land ziehen kann und trotzdem in der Stadt arbeitet. Das Auto bringt die Kunden zum Supermarkt vor den Toren der Stadt – und lässt den Krämerladen an der Ecke ziemlich alt aussehen. Das Auto ist Statussymbol; es weckt den Spieltrieb ebenso, wie den Neid.

Vor allem aber ist das Auto heute ein Problem für unsere Atemluft. Die Abfallprodukte, die beim Verbrennen des Kraftstoffs anfallen, können nicht mehr vollständig absorbiert werden. Bedeutet das langfristig den Abschied vom Auto ? Wohl kaum. Sicher aber ist, dass es über kurz oder lang den Abschied vom Verbrennungsmotor bedeuten wird. Die Erfinder sind schon dabei, neue Antriebsmöglichkeiten zu entwickeln – auch in Deutschland. Und diese Entwicklungen liegen nicht mehr in ferner Weite, sondern innerhalb der nächsten wenigen Jahre.

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