Rabattschlacht auf dem Pkw-Markt beginnt

Die Automobilbranche kämpft seit Jahren mit Absatztiefs und vielem mehr, was der Wirtschaft nachhaltig Kosten verursacht, die sie teilweise in Bedrängnis bringt. Gerade ein überdichtes Händlernetz sorgt dafür, dass jeder zweite Händler immer wieder mal kurz vor dem Aus steht und begründete Existenzängste hat. Um die mangelnde Nachfrage abzufangen legte die Regierung die umstrittene Abwrackprämie auf und diese wurde von den Verbrauchern sehr gern genutzt. Und zwar letztendlich viel stärker, als prognostiziert wurde. Dies führte nicht zuletzt auch zu Lieferschwierigkeiten, durch die es zu monatelangen Wartezeiten gekommen ist, die nicht jeden erfreut haben. Dennoch: Jeder, der einen Autokauf in Planung hatte, nahm die Abwrackprämie zum Anlass, den Kauf vorzuziehen und aufgrund der vermuteten zeitlichen Begrenzung diesen Kauf so schnell wie möglich zu tätigen, damit man auch bloß noch die Abwrackprämie mitnehmen kann. Händler konnten durch die Prämie 2009 bereits mehr absetzen als 2008 und viele Verbraucher freuen sich über ein neu gekauftes Auto zum Spartarif. Doch jetzt läuft die Abwrackprämie aus und es muss die Frage gestellt werden: Wie viel Verbraucher werden 2010 auf der Suche nach einem Neuwagen sein?

Vielen Händlern ist heute schon klar, dass sie mit einem absoluten Umsatzrückgang rechnen müssen, der prozentual gesehen dazu führen kann, dass es wieder Autohändler geben wird, die berechtigte Existenzängste haben müssen. Händler, die vor der Abwrackprämie ums Überleben kämpfen mussten, werden es nach der Prämie erst recht tun und viele werden wohl endgültig ihr Autohaus schließen müssen. Die Hersteller legen schon jetzt mit Rabattangeboten nach, um den Einbruch der Absatzzahlen etwas abzufedern. Gepunktet wird mit 0,0 Prozent Finanzierungen, mit Rabatten in Höhe der Abwrackprämie, mit einer kostenlosen Sonderausstattung und vielem mehr. Doch wie weit sich die Nachfrage nach Kraftfahrzeugen stabilisieren lässt, bleibt fraglich.

Wer 2009 bereits ein neues Auto gekauft hat, der wird 2010 keinen Bedarf an einem Neuwagen haben und viele Verbraucher haben den Autokauf vorgezogen, da ändern letztlich auch hohe Rabatte der Hersteller nichts. Doch auch die Händler stehen in einem unerbittlichen Konkurrenzkampf und versuchen durch Zugaben Kunden zu gewinnen. Ob freie Kundendienste oder Gutscheine für Autoreinigung, kostenlose Winterreifen oder kleine Spielereien für das Auto, auch die Händler versuchen sich aus dem Händlernetz hervorzuheben. Doch trotz der Preisschlacht oder gerade wegen der Preisschlacht werden 2010 besonders die Händler und deren Angestellte unter der verringerten Nachfrage zu leiden haben.

Mit den Händlern werden auch die Hersteller Personal abbauen müssen und auch viele Zulieferer stehen vor dem Aus. Der Teufelskreis beginnt, denn wer von Arbeitslosigkeit bedroht ist, der wird sich auch bei noch so hohen Rabatten überlegen, ob er ein Auto kaufen sollte. Viele Zulieferer und auch Hersteller fahren heute schon Kurzarbeit und so ist die gesamte Wirtschaft betroffen, denn größere Anschaffungen, ob Auto oder Möbel, werden von den Verbrauchern auf unbestimmte Zeit verschoben. Die Abwrackprämie hat das absolute Tief der Autoindustrie auch um ein Jahr verschoben, doch letztlich kann sie es nicht verhindern und 2010 wird sich das Händlernetz in Deutschland automatisch verkleinern.

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